Interview mit Burckhard Bode (FDP) zu Radverkehrspolitik in Diepholz

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Letzte Aktualisierung: 22.03.2015

Michael Labott befragte unsere Ratsherren, wie sie und ihre Fraktionen den Radverkehr sehen. Heute: Burckhard Bode, FDP

B. Bode

Burckhard Bode, FDP, Ratsherr im Rat der Stadt Diepholz
Das Interview führte Alfred Feldermann (ADFC Diepholz)

ADFC: Wann und wo sind Sie zum letzten mal mit dem Fahrrad gefahren?

Antwort: Gestern Morgen von Falkenhart zum Schwimmen zum Hallenbad.

ADFC: Nutzen Sie das Fahrrad regelmäßig? Auch im Alltag?

Antwort: Ja, ich fahre gerne mit dem Fahrrad. Sofern Witterung oder die Umstände es erlauben, nutze ich das Fahrrad.

ADFC: Wie sind Sie in Ihrer Kindheit zur Schule gekommen?

Antwort: Zur Grundschule zu Fuß, zum Gymnasium mit der Eisenbahn, mit dem Bus und mit dem Fahrrad, später in einer anderen Stadt mit der S-Bahn, zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

ADFC: Warum werden Ihrer Meinung nach viele Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht und leiden gleichzeitig an Bewegungsmangel?

Antwort: Weil die meisten Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder besorgt sind.

Fragen an Ihre Fraktion:

ADFC: Es werden jedes Jahr mehr Autos zugelassen. Wie wollen Sie darauf reagieren?

Antwort: Darauf ist eine Reaktion nicht möglich und auch nicht angebracht. Denn schließlich wollen die Menschen mobil sein. Das ist ein Stück persönliche Freiheit. Man sollte sich aber Gedanken über umweltfreundlichere Antriebe der Fahrzeuge machen.

ADFC: Was haben Sie für Visionen, wie soll die Stadt Diepholz in 10 Jahren Aussehen?

Antwort: Wir möchten, dass Diepholz dann noch immer eine so liebens- und lebenswerte Stadt ist wie derzeit. Wir hoffen, dass dann auch die Umgehungsstraße vollständig fertig sein wird, so dass der Fernverkehr und vor allem der Schwerlastverkehr aus Diepholz verschwindet. Auf keinen Fall sollten wir Diepholz aber mit Schikanen zubauen, sodass Autofahrer es schwer hätten nach Diepholz hineinzukommen und Parkplätze zu finden. Diepholz braucht das Umland. Sir dürfen es unseren Besuchern nicht schwer machen, nach Diepholz zu kommen.

ADFC: Kennen Sie den Nationalen Radverkehrsplan 2002-2012? Die Bundesregierung hat ihn im Jahre 2002 Maßnahmen zur Förderung des Radfahrens beschlossen.

Antwort: Nein, den nationalen Radverkehrsplan kennen wir nicht.

ADFC: Möchte auch Ihre Fraktion den Radverkehr fördern?

Antwort: Gerne möchten auch wir den Radverkehr in Diepholz sicherer machen. Dazu gehört aber in erster Linie ein disziplinierteres Verhalten der Radfahrer. Das ließe sich aber nur durch Kontrollen, Belehrungen und Bußgelder erreichen.

ADFC: Wie steht Ihre Fraktion zum Radwegekonzept der Stadt Diepholz?

Antwort: Wir finden es gut, dass es solch ein Konzept gibt.

ADFC: Welche der dort angesprochenen Maßnahmen sollen Ihrer Meinung nach umgesetzt werden?

Antwort: Im Radwegekonzept sind insgesamt 38 Vorschläge aufgeführt. Diese sind in kurzfristig, mittelfristig und langfristig zu realisierende Maßnahmen unterteilt. Sie erscheinen durchaus realisierenswert zu sein. Wir sollten im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten an die Umsetzung denken.

ADFC: Welche der dort angesprochenen Maßnahmen sollen Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden?

Antwort: Die flächenhafte Ausweisung von 30-km/h-Zonen sollte an die Zustimmung der Anwohner gebunden werden.

ADFC: Die Radwegeplanung wurde vor einem Jahr vorgestellt. Wann werden die dort angesprochenen Gefahrenpunkte beseitigt? z.B.:
Lüderstraße / Hinterstraße / Lange Straße

Antwort: Meines Wissen wird in der Stadtverwaltung bereits an diesen beiden Punkten gearbeitet.

ADFC: Ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes ist die Verkehrsberuhigung in Wohngebieten. Was haben/ was wollen Sie unternehmen um dies zu fördern?

Antwort: Siehe oben.

ADFC: Viele in Diepholz vorhandene Radwege entsprechen nicht den rechtlichen Voraussetzungen, und es werden auch bei neuen Baumaßnahmen die Richtlinien und Wünsche der Radfahrer nicht berücksichtigt. Wie kann dies zukünftig geändert werden?

Antwort: Wie Sie wissen, habe ich in der Informationsveranstaltung am 14. Juni d. J. genau diesen Punkt angesprochen. Ich werde auch zu künftig darauf hinweisen. Verbesserungen sind aber an einigen Straßen schon in Arbeit. An der Schlesierstr. Und am Heldenhain sowie am Willenberg werden nunmehr beidseitig Radwege bzw. Radfahrspuren angelegt.

ADFC: Wir danken Ihnen für das Gespräch!

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