Samstag, 28. Mai 2005 • Nr. 121 (Regionale Rundschau/Weser-Kurier)
Die Verschwenkung, die Radler auf der Dreyer Straße zur Querungsfurt über die Mittelwendung führt, verläuft so weit von der Straße entfernt, dass Autofahrer die schwächeren Verkehrsteilnehmer aus den Augen verlieren, moniert Holger Opitz vom ADFC. Foto: Udo Meissner
Verschwenkung ins optische Nirgendwo
Holger Opitz vom ADFC fordert, die Radweg-Benutzungspflicht entlang der Dreyer Straße aufzuheben
WEYHE-DREYE. Für gewöhnlich ist es ja der Teufel, der im Detail steckt. Hier ist es ein konkretes Problem: Der kombinierte Geh- und Radweg entlang der Dreyer Straße wird an der Einmündung in die Mittelwendung so stark verschwenkt, dass Radler aus dem Blickfeld abbiegender Autofahrer verschwinden - und Gefahr laufen, übersehen zu werden. Holger Opitz vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), dessen Diepholzer Kreisverbands-Vorstand er angehört, fordert klare Sichtverhältnisse. Am einfachsten ließe sich die vermeintliche Gefahrenstelle umgehen, indem Radler die Fahrbahn der Dreyer Straße benutzten, stellt Opitz fest. Aber das ist verboten. Da die Straßenverkehrsbehörde dort einen gemeinsamen Geh- und Radweg ausgewiesen hat, besteht dort eine Radwegbenutzungspflicht.
Ganz anders wäre der Fall gelagert, stünde dort ein Schild "Gehweg, Rad fahren erlaubt". Davon kann aber keine Rede sein. Selbst nachdem Opitz 2004 bei der jährlichen Verkehrsschau die Behörden auf den Missstand aufmerksam machte, blieb bislang alles beim Alten. Deshalb hat Opitz der Gemeinde Weyhe als Straßenverkehrsbehörde im Dezember förmlich seinen Widerspruch "gegen die den Radverkehr betreffenden verkehrsrechtlichen Vorschriften in der Dreyer Straße" erhoben. Mit ausführlicher Begründung, in die auch mit einfließt, dass, seit die Dreyer Umgehungsstraße in Betrieb genommen worden sei, nur noch rund 2000 Kraftfahrzeuge täglich die Dreyer Straße beführen. Allerdings ist die ehemalige Hauptverkehrsachse derzeit noch als Landesstraße klassifziert - und Sache der Kreisbehörde.