Rolf Kasper u.a., ADFC Weyhe, 2005
Ursprüngliche Natur, herrliche Strände, alte Bäder und historische Kulturdenkmäler locken immer mehr deutsche Touristen nach Polen. Für Aktivurlauber ist Polen geradezu ein Paradies. Was liegt da für die Freunde des Reisens mit dem Fahrrad näher, als in unserem großen Nachbarland, mit dem uns sogar die längste Grenze verbindet, per Velo auf Entdeckungstour zu gehen.
Die traditionsreiche Hansestadt Szcecin (Stettin) (Foto) an der Oder war Ausgangs- und Endpunkt dieser ca. 800km langen Rundreise durch die pommersche Seenplatte, dem Westen der kaschubischen Schweiz und der pommerschen Ostseeküste.
Durchzogen von den südbaltischen Landrücken wird diese Region Pommerns und Kaschubiens häufig mit der Schweiz verglichen, Erhebungen bis zu 250 Meter halten dem Vergleich zwar nicht Stand, aber dem mit Gepäck beladenen Radler können diese Gory (Berge) auch schon mal die Puste nehmen. Dagegen bietet die Ostseeküste sanftes Terrain, ausgedehnte weiße Sandstrände, großartige Dünen und steile Klippen. Hier tummeln sich zuhauf polnische Urlauber und zunehmend auch Kur- und Badefreunde aus Deutschland, denn Kuren hat in fast allen polnischen Ostseebädern schon lange Tradition.
Von den 9.300 polnischen Seen größer als 1 Hektar, welche überwiegend eiszeitlichen Ursprungs sind, befinden sich die meisten im Norden Polens. Eine der größten Seenplatte ist neben der masurischen die pommersche Seenplatte. Dort liegen auch ein Reihe sehenswerter Kleinstädte und Ortschaften, manchmal schon mit hübsch restaurierten Altstadtteilen.
Unsere erste Etappe führte uns nach Stargard, eine der ältesten Städte Polens, mit sehenswerten Bauten der typischen Backsteingotik.
Herausragend sind hier das Rathaus und die dreischiffige Marienkirche zu nennen, s. Foto.
| Einwohner: | ca. 39 Mio |
| Fläche: | 323 250 qkm |
| Haupstadt: | Warschau |
| Geld: | 1Zloty=100Groszy |
| Nationalitäten: |
Polen 98,7%, Ukrainer 0,6%, andere 0,7%. |
Danach beginnt dann das eigentliche Genussradeln im Slalom um die kristallklaren Seen dieser einzigartigen Landschaft. Auf dem Weg nach Drawsko Pomorskie (Dramburg) kommt man ob dieser Eindrücke schon ins Schwärmen, Storchennester aller Orten und sogar Kraniche stolzierten hier zutraulich am Wegesrand.
Beeindruckende Baumalleen verbinden kleine Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben scheint.
Weiter über Zlocieniec (Falkenburg) ging es Richtung Polczyn Zdroj (Bad Polzin). Dorthin kann man sich für zwei attraktive Routen entscheiden. Für die zu einer Fahrradroute ausgebauten, ehemaligen Bahntrasse auf ebenem und schönem Terrain, oder für eine abwechselungsreiche Hügellandschaft entlang der verschieden Seen, welche zum Baden und Pausieren einladen, wie beispielsweise der Jezioro (See) Siecino. Wir haben ein Mix von beidem genossen.
Das ehemals berühmte Heilbad Polzin (Foto) liegt malerisch inmitten von Wäldern, hat aber, abgesehen von dem 50 Hektar großen Kurpark, nicht mehr viel zu bieten. Dafür kann man aber im ansprechend restaurierten Hotel „Polunia“ (noch) für 13 €, einschließlich reichhaltigem Frühstücksbüfett, recht gut übernachten. Die reizvolle Etappe über Bialy Bor nach Miastko (Rumelsburg) ist durch Flussläufe, zahlreichen Bächen und wiederum einer Menge Seen in sehr hübscher Hügellandschaft geprägt. Besonders einladend ist hier der Jez.





