Wir übernachteten entweder in unseren Zelten oder bei
Gastfamilien, die mit dem langjährigen Reiseleiter befreundet waren.
Dort hatten wir dann meist zwei bis drei Räume und/oder den Garten,
um unsere Schlafsäcke auszubreiten.
Da die Radetappen meist nicht sehr lang waren (obwohl
sie aufgrund der Straßenverhältnisse einiges an Zeit in Anspruch
nahmen), bekamen wir häufig die Möglichkeit, Freunde des Reiseleiters
zu besuchen, meist Lehrer (vielfach Deutschlehrer).
"Kommen Sie herein, setzen Sie sich, trinken Sie Tee und lassen Sie uns sprechen!"
Fast immer gab es zum Tee Bonbons, Kekse, getrocknete
Früchte, frische Melonen, Brot und dann die Aufforderung: "Bleiben
Sie heute hier, wir kochen Blov (ein Reis-Gemüse-Gericht) und übernachten
Sie hier!"
An den radfreien Tagen konnten wir die Basare
in den Städten besuchen oder entlang idyllischer Bergseen Wanderungen
unternehmen.
Eines Morgens überraschte uns ein freundliches "Grüaß
Aich!" von der Straße am Berg über unserem Zeltplatz: zwei
"echte Biker" aus Österreich kamen vorbei, die mit ihren
Motorrädern Tadschikistan und Afghanistan erkundet hatten.
Den krönenden Abschluss der Tour bildete der Besuch
Samarkands. Dazu mussten wir Tadschikistan wieder in Richtung Usbekistan
verlassen. Diesmal dauerte die Grenzüberschreitung vier Stunden. Vier
Stunden in der prallen Mittagshitze warten und hoffen, dass es voran geht.
Aber es hätte schlimmer kommen können, denn aufgrund von Bombenanschlägen
in
Taschkent am Vortag wurde die usbekische Grenze
für Tadschiken geschlossen. Wir wurden gründlich überprüft
und registriert und als Nicht-Tadschiken durchgelassen. Glücklicherweise
hatte unser Reiseleiter noch einen zweiten Pass, einen russischen. Somit
konnte auch er passieren.