In Samarkand kehrten wir erstmals nach fast drei Wochen
in ein Hotel mit richtiger Dusche und WC ein. Es war ein ganz ungewohntes
Gefühl, beim Sch... wieder zu sitzen.
Tags darauf gab es eine Stadtbesichtigung mit den bekanntesten
Sehenswürdigkeiten:
der Registan mit den
Medresen Ulughbek, Tellakari und Shirdar die Nekropole Schah-i Sinda,
die Moschee Bibi Hanim und das Mausoleum Gur-e Amir.
Außerdem hatten wir die Gelegenheit, die Entwürfe einer russischen Mededesignerin bei einer Modenschau in ihrem Atelier anzusehen - und zu kaufen. Schließlich ist Samarkand eine Stadt der Baumwolle und der Seide.
Doch irgendwann geht jede Reise zu Ende. Für uns hieß das, am Dienstag, dem 03.08.2004 um 5.00 Uhr morgens aufzustehen, unser Gepäck in einen Bus zu verladen und die ca. 350 km nach Taschkent zurückzulegen. Im Flughafen konnten wir die zur Verfügung stehenden vier Stunden bis zum Abflug gut gebrauchen, um alle Formalitäten wie Einchecken, Frachtgebühr für die Fahrräder Aushandeln, Sicherheitskontrollen, Zolldeklarationen usw. usw. durchzustehen.
Fazit der Reise:
Im Rückblick läßt sich die Frage "Lohnt sich diese Reise?" eindeutig bejahen. Natürlich läßt sich darüber streiten, ob man unbedingt mit dem Fahrrad dorthin muß. Denn der Transport bedeutet einen ziemlichen Zusatzaufwand, vor allem wenn man die Zu- und Abreise zum Frankfurter Flughafen mit der Deutschen Bahn AG betrachtet. So wäre ich, obwohl der Flieger aus Taschkent um 19.10 Uhr in Frankfurt landet, erst am nächsten Morgen um 6.00 Uhr in Bremen am Hauptbahnhof angekommen. Aber glücklicherweise gibt es da ja noch die Deutsche Lufthansa AG!
Die Erlebnisse vor Ort, die vielfältigen Kontakte zu den überaus gastfreundlichen Einheimischen, die offene und unvoreingenommene Begegnung mit dem Islam sunnitischer Ausrichtung (wir konnten Moscheen besichtigen und sogar darin beten oder meditieren, wir konnten mit Imamen diskutieren) können einem helfen, sich selbst eine Meinung über die Welt zu bilden, ohne auf irgendwelche verkürzten oder durch gefärbte Brillen gesehene Berichte anderer angewiesen und ihnen ausgeliefert zu sein.
Wer also Lust auf exotische Länder mit uralten Kulturen hat und dabei sich in einer wüstenhaften Bergwelt unter Verzicht auf den bei uns üblichen Luxus bewegen möchte, dem sei die Reise wärmstens empfohlen.
