Schutzstreifen für Radfahrer: so nicht!

0
Letzte Aktualisierung: 15.08.2016

Der minimal-breite  ‚Schutzstreifen für Radfahrer‘ in der Maschstraße in Diepholz ist aus Sicht des ADFC eher eine Gefahrenquelle und unnütz. Im Frühherbst 2005 wurde der Streifen im Anschluss an die Neu-Asphaltierung der Fahrbahn angelegt.

Die Absicht bei der Einrichtung des Schutzstreifens war, dass auch nach Aufhebung des ‚linken‘ Radweges in der Maschstraße (vom Fliegerhorst Richtung Bahnhof) eine Radverkehrsanlage angeboten werden sollte. Die Aufhebung des linken Radweges war nicht nur wegen der schlechten Oberflächenbeschaffenheit erforderlich, sondern insbesondere wegen der gefährlichen Führung an den Kreuzungen und Einmündungen.

Mindestanforderungen bei weitem nicht erfüllt

Maschstrasse, Diepholz
Hoppla! Der Schutzstreifen mißt gerade 65cm plus Linie, und dann geht es ab in die Gosse. Wegen des Absatzes kommt man aus der Gosse nicht wieder raus und fällt auf die Klappe.

Schutzstreifen für Radfahrer müssen in der Regel 1,50m breit sein. In der Maschstraße ist der Schutzstreifen nur etwa 78cm breit (jeweils incl. Markierung), denn selbstverständlich kann die unbefahrbare Gosse nicht zum Schutzstreifen gerechnet werden. Wer mit dem Fahrrad in die Gosse gerät, der fällt unweigerlich auf die Klappe, weil er den mehrere cm hohen Absatz zur Fahrbahn nicht wieder hoch kommt. Die Bundesanstalt für Straßenwesen rät in ihrer Forschungsarbeit ‚Einsatzbereiche von Angebotsstreifen‘ (=Schutzstreifen) eindringlich dazu, von Schutzstreifen abzusehen, wenn die Mindestbreiten nicht eingehalten werden können. Denn bei zu schmalen Schutzstreifen können die Radfahrer keine sichere Fahrlinie mehr wählen.

 

Was ist zu tun?

Maschstrasse, Diepholz
In der jetzigen Form ist der Schutzstreifen nicht akzeptabel.

Im einfachsten Falle wird der Schutzstreifen ersatzlos abrasiert. Alternativ könnte er weiter zur Fahrbahnmitte verlegt werden, denn die Restfahrbahn ist z.Zt. 5,25m breit, es würde aber 4,50m reichen. Etwas aufwändiger wäre es, wenn die Gosse sauber asphaltiert würde. Man könnte die Gullis als Seiteneinlauf im Bordstein verschwinden lassen. Dann hat man zumindest schon mal 50cm gewonnen. Diese Arbeiten wären aber durchaus verhältnismäßig, denn die Fahrbahn ist schließlich ganz neu gemacht worden. Nur hat man an der Befestigung des Schutzstreifens gespart. Dann muss man es jetzt eben nachholen.

Share.

Leave A Reply