K116: Neubau/400.000,- statt 10,- Euro für eine Schaufel?

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Es ist schon kafkaesk, wie sich unser Gemeckere über gras-bewachsene Radwege zu einem teuren Vergnügen auswächst. Statt das Gras in der K116 kurzum abzuschieben, soll nun ein komplett neuer Radweg gebaut werden.

Straßenmeisterei hat keine Schaufeln

In der K116 / Nähe B6 ist das letzte Stück Zweirichtungs-Radweg als Radfahrstreifen markiert. Außenorts ist das nicht zulässig. Im Übrigen ist der Weg zu schmal. Er ist vor allem auch deshalb zu schmal, weil das Gras von der Seite munter über den Bitumen wächst und den Radweg deutlich verengt. Bei Radfahrer-Gegenverkehr müssen die in die “falsche” Richtung fahrenden Radfahrer auf die Fahrbahn ausweichen – in den entgegenkommenden Kfz-Verkehr!

Wir haben die Verkehrsbehörde (zuständig für die Radwegbenutzungspflicht) also Mitte 2016 gebeten, für das Abschieben des Grases zu sorgen. Die StVB hat sofort bei der Straßenmeisterei Vilsen Bescheid gesagt, jedoch tat sich lange Zeit nichts. Dann haben wir nochmals bei der StVB gemahnt. Die StVB hat bei der Straßenmeisterei nachgebohrt und zur Antwort bekommen: “Wir haben kein passendes Gerät.” Ooops. Eine Schaufel (10.- Euro) wäre ein passendes Gerät. [siehe auch andere Gras-Probleme: L33 Syke, Bassum B51, L332, kein Bankett,]

18 Monate nichts passiert — Antrag auf Neubescheidung

Nachdem dann Anfang 2018 zusätzlich die grottige Gefahrensituation an der Kreuzung zur B6 konstruiert wurde und das Gras nach 18 Monaten immer noch an Ort und Stelle wuchs, platzte uns der Kragen: Wir stellten sodann bei der Verkehrsbehörde (Gemeinde Weyhe) einen “Antrag auf Neubescheidung zur Radwegbenutzungspflicht”. Die StVB informierte ordnungsgemäß den Baulastträger, also den Landkreis Diepholz.

Landkreis schlägt Neubau vor – 400.000,- Euro

Im Mai 2019 schlägt die Verwaltung des Landkreises nun im Ausschuss für Kreisentwicklung vor, einen baulichen Radweg als Lückenschluss zu bauen. Kosten: 400.00 Euro. Denn der ADFC sehe Gefahren. Die Politiker mäkeln herum.

Tja, ein Possenspiel: wir wollten doch erstmal nichts weiter als dass das Gras abgeschoben wird. Dazu hat man kein Gerät bzw. kein Geld zur Anschaffung des Gerätes (Schaufel, 10.- Euro). Also eskaliert die Geschichte, und jetzt muss 400.000,- in die Hand genommen werden, weil wir schweres Geschütz auffahren mussten.

 

2 Kommentare

  1. Nur damit ich es richtig verstehe: Euch hätte es gereicht, einen illegalen Zweirichtungsradfahrstreifen von Gras zu befreien?

    • Euch hätte es gereicht,

      Das muss man anders formulieren: wir hatten anfangs jedenfalls nichts weiter verlangt, als dass das Gras abgeschoben wird. Denn bei hinreichender Breite kann man mit dem Streifen leben. Zumal es auf jenen ca. 500 Metern keine Einmündungen und nur wenige, kaum befahrene Grundstückszufahrten gibt. Jedenfalls wäre die Aufhebung desselben mit mit einem Seitenwechsel an der Ampel zuvor und mit seltsamen Fahrmanövern an der B6 verbunden. Das hätten wir keinem Radfahrer als Verbesserung kommunizieren können.
      Rechtlich kann man aber nur gegen die Verkehrsbehörde vorgehen. Hier sind Verkehrsbehörde (Kommune) und Baulastträger (Kreis) unterschiedliche Rechtsträger. Wobei sich der Kreis ungern von der StVB/Kommune etwas sagen lässt. Und der Kreis wiederum hat in der Vergangenheit nur neu gebaut, aber nicht saniert oder repariert. Insoweit wären wir also mit einem brauchbaren Seitenstreifen einverstanden. — Aber wie gesagt, in der aktuell dichtgewachsenen Form ist er nicht mehr tragbar.

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