Motor-Radwege? Lästige Elektro-Raser

8

Die vielgepriesene Elektro-Mobilität führt dazu, dass neuerdings Motorräder (“S-Pedelecs”) in ungeahnter Zahl auf Radwegen und für Kfz gesperrten Wegen herumgurken. Mit 40 km/h auf gemeinsamen Geh-/Radwegen: das ist nicht lustig.

Elektro-“Fahrrad”: Nur bis 25 km/h

Zuerst einmal ist festzustellen, dass es erhebliche Unterschiede bei Elektrorädern gibt. Zu den “Fahrrädern” (im verkehrsrechtlichen Sinne) gehören nur die Pedelecs mit einer Motorleistung von höchstens 250 Watt; außerdem muss die Motorunterstützung bei 25 km/h abregeln. Wer schneller fahren will, muss also vollständig aus eigener Kraft treten.

Nun ist es so, dass zahlreiche Herren unterhalb des Rentenalters durchaus am zusätzlichen “Schub” eines Elektromotors interessiert sind. Allerdings reicht diesen Leuten die Geschwindingkeitsgrenze von 25 km/h nicht, denn ein Alltagsradfahrer schafft diese Geschwindigkeit auch ohne Motor.  Also wird aufgerüstet: entweder werden die Antriebe ‘frisiert’ oder es werden leistungsstarke 400-800-Watt-Motoren eingebaut. Dann ist das Rad kein Fahrrad, sondern ein Kleinkraftrad.

Rücksichtslose Raserei

Während ein “richtiger” Motorradfahrer immerhin den Anstand besitzt, sich nicht zwischen Fußgängern und Radfahrern hindurchzuschlängeln, sind die S-Pedelecs eine Plage. Anstatt auf der Fahrbahn zu fahren – wo sie hingehören – gurken sie auf Radwegen herum, sogar auf gemeinsamen Geh-/Radwegen. Angesichts der hohen Geschwindigkeit ist das nicht spaßig. Wer meint, er bräuchte ein Kleinkraftrad, der soll sich auch auf der Fahrbahn bewegen. Basta.

“Michelin-Männchen” – so erkennt man sie

Die Polizei erzählt, sie sei machtlos. Dabei ist es ziemlich einfach, die fristierten Kisten aus dem Verkehr zu ziehen. Zum einen sind fast alle Elektroräder frisiert, die von Herren unterhalb des Rentenalters gefahren werden (Alters-Kriterium). Zum anderen kann man die 40er-Piloten daran erkennen, dass sie bei leicht kühler Witterung wie ein “Michelin-Männchen” verpackt sind: die Jungs frieren nämlich genauso wie andere Motorradfahrer (Textil-Kriterium). Außerdem fahren viele mit einem extra starken Hinterrad-Radnabenmotor, der ebenfalls auf den ersten Blick erkennbar ist (Motor-Kriterium). Alles in allem könnte man sich wünschen, dass dem Motorrad-Wahn auf Radverkehrsanlagen ein Ende bereitet würde.

8 Kommentare

  1. Hallo

    Den einsteigenden Beitrag empfinde ich als subjektive, nicht faktisch belegbare Hassrede gegen S-Pedelec Fahrer. Ich finde es interessant, wie sehr hier Meinung, Emotion und angeblich sachliche Argumentation vermischt wird und daraus wieder der Schrei nach einer gesetzliche Massregelung zum Vorteile der eigenen Interessengruppe initiiert werden soll. (Beschreibende Worte wie “Plage” “Wahn” benutzen auch andere Interessengruppen um z.B. gegen Ausländer zu hetzen)

    Es gilt für mich – jeder hat das Recht sich frei zu entfalten und kann sich für das Fortbewegungsmittel seiner Wahl entscheiden. Hierbei muss er
    – die bestehenden Gesetze beachten
    – sich angemessen verhalten
    – die entsprechenden Befähigungen nachweisen
    – niemanden gefährden

    Jeder hat mit Sicherheit seine eigene Sichtweise und Erfahrungen aus seiner Rolle als Teilnehmer im Strassenverkehr gemacht.
    Ich komme aus Hamburg und fahre selbst Auto, Kleinbus, Fahrrad, ab und zu e-Bike etc. und wandere gerne. In allen Fortbewegungsarten sehe ich immer wieder kritische Situationen in denen ein vermeintlich schwächerer Verkehrsteilnehmer in Gefahr gebracht wird. Der Fussgänger steht schneinbar hierbei offensichtlich am Ende der Kette – dem ist aber nicht so, denn auch Fussgänger gefährden des öfteren andere Verkehrsteilnehmer z.b. durch fehlendes Umschauen und plötzliches betreten eines Fahrradweges. Häufig sind diese Situationen aber kein generalisierbares Problem. Deswegen sind diese auch nicht immer gleich per Verbannungs-Gesetz zu regeln.
    Der Faktor Mensch ist hier meines Erachtens der kritische Faktor. Denn egal, wie die gesetzlichen Regelungen aussehen, es gibt immer Menschen, die die technischen Möglichkeiten eines Gefährts in rücksichtsloser Art und Weise ausnutzen oder sogar steigern und damit andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Gleichzeitig gibt es auch immer die Menschen, die durch Unaufmerksamkeit andere gefährden und sich hinter ihrem vermeintlich schwächeren Status verstecken.
    Konsens: Ich glaube, das Wichtigste ist die Vernunft und der Verstand des Einzelnen und an diesen sollte appelliert werden.
    Ggf. kann man kritische Situationen auch mit neuen technischen Hilfsmitteln vermeiden (z.B. einer 25km/h Speed Limit Aktivierung bei S-Pedelecs im Falle von Radwegen, oder einem 10km/h Speed Limit auf Gehwegen).

    Intransparente Regelungen, die kein Polizist und auch kein anderer Verkehrsteilnehmer kennt, helfen meines Erachtens wenig. Wenn es nur um Rechtssicherheit geht und um eine Basis für mögliche Klagen zu schaffen, dann gibt es diese heute schon – denn den Zwang zum angemessenen Fahren und den Tatbestand der Strassenverkehrsgefährdung gibt es schon im Gesetz.

    • Wir haben Verständnis für den – ganz persönlichen – Wunsch einiger Leute, mit schnellen Zweirädern überall zu fahren. Leider gleicht die Argumentation immer die des Porsche-Fahrers, der sich von allgemeinen Regeln gegängelt fühlt und deshalb zum Übertreten der Regeln verpflichtet fühlt.

      daraus wieder der Schrei nach einer gesetzliche Massregelung

      Nein, Sie polemisieren. Wir möchten keine gesetzliche Maßregelung. Die bestehenden Regeln sind völlig ausreichend. Wir beschreiben lediglich den Regelbruch und dessen Folgen.

      Intransparente Regelungen, die kein Polizist und auch kein anderer Verkehrsteilnehmer kennt, helfen meines Erachtens wenig.

      Nein, die Regelungen sind klar und eindeutig: Radwege sind für Radfahrer. Fahrräder sind muskelbetriebene Fahrzeuge. Ausnahme neuerdings: Zwei-/Dreiräder mit einem elektrischem Hilfsmotor von max. 250 Watt, der bei 25 km/h abregelt (“Pedelec”), gelten verkehrsrechtlich auch als Fahrräder. Das weiß jeder Verkäufer. — Ebenso weiß jeder Verkäufer, dass ein Fahrzeug mit stärkerer Leistung (ob mit Verbrenner oder elektrisch betrieben) ein Kraftfahrzeug ist. Jeder Kunde erfährt es. — Die Regelung ist so klar, dass sie von jedem normalen Käufer verstanden wird. Niemand kauft sich aus Unwissen ein Kraftrad.

      Es gilt für mich – jeder hat das Recht sich frei zu entfalten und kann sich für das Fortbewegungsmittel seiner Wahl entscheiden. Hierbei muss er
      – die bestehenden Gesetze beachten

      Dann sind wir uns ja einig. — Dieser Artikel ist ja aber gerade deshalb entstanden, weil die Zahl der Krafträder auf Radwegen, auch auf gemeinsamen Geh-/Radwegen im städtisch geprägten Raum, deutlich zugenommen hat. Wenn Sie dafür plädieren, dass sich jeder an die Gesetze zu halten hat, warum reden Sie dann dem illegalen Fahren mit Krafträdern auf Radwegen das Wort?

      In allen Fortbewegungsarten sehe ich immer wieder kritische Situationen in denen ein vermeintlich schwächerer Verkehrsteilnehmer in Gefahr gebracht wird.

      Hamburg ist bekannt für unsägliche Verhältnisse, insbesondere für schlechte Radverkehrsbedingungen. Man kann natürlich auch Palermo als Maßstab nehmen…. da macht jeder was er will.

      Konsens: Ich glaube, das Wichtigste ist die Vernunft und der Verstand des Einzelnen und an diesen sollte appelliert werden.

      Ja, natürlich. In der Praxis sausen neuerdings gepimpte S-Pedelecs mit 50 km/h auf Radwegen herum. Zugegeben Einzelfälle, aber es ist eine Ausgeburt der Unvernunft und Rücksichtslosigkeit des eigenen Vorteils wegen.

  2. Hallo zusammen

    Bin schon lange Mitglied im Adfc, überlege mir aber die Mitgliedschaft zu beenden.
    Nicht das S-Pedelec fährt schnell sonder der Fahrer darauf, also kein Naturgesetz.
    Umbringen kann ich mich zuhause, muss ich nicht auf die Bundesstrasse.
    In den meisten Europäischen Ländern gibt es Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Autobahn, totzdem fahren dort jede Menge hochmotorisierte Kisten.
    Um Spaziergänger zu gefährden brauche ich kein S-Pedelec, geht mit normalen Bikes auch ganz gut.
    Warum wird jedem unterstellt ein potentieller Rowdy zu sein, nur weil sein Fahrrad mit höchster Kadenz
    die 40Km/h knacken kann ?

  3. Anja Herz on

    Hallo, Seit gut 2 Jahren nutze ich ein S-pedelec (auch für lange Fahrten von einfach 20 km, die ich aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen ansonsten nicht fahren würde) und kann mich Dominik Thormann basierend auf Praxiserfahrung anschließen und habe diesbzgl auch schon an infragekommende Institutionen geschrieben wie nun – in neuer Zusammensetzung – folgt:
    Kürzlich hatte ich Kontakt mit der Polizei, die auch eher ratlos war, wie man vernünftig handeln solle: Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen werden ich und die anderen Verkehrsteilnehmer kontinuierlich mit einem gravierenden Sicherheitsproblem konfrontiert. Da es als Kraftrad behandelt wird, muss ein S-Pedelec- Fahrer – auch stark befahrene Bundes – Straßen nutzen (darf nicht auf den Radweg!). Ich fuhr in dem Fall auf der B2 (von Fürstenfeldbruck Richtung Puchheim), die von hinten überholenden Fahrer sind aufgrund des Erscheinungsbildes „Fahrrad“ nicht darauf eingestellt wie schnell es ist, dadurch dauert der Überholvorgang länger, oft werde ich dann beim Wiedereinscheren waghalsig geschnitten (vllt. auch um mich zurechtzuweisen) oder es wird oft auch mal recht knapp mit dem entgegenkommenden Fahrzeug. Besonders zu Hauptverkehrszeiten bange ich im Minutentakt um mein Leben und auch für den Autoverkehr ist es viel gefährlicher. Zudem behindert ein ca. 40 km/h Fahrzeug auch den Verkehrsfluss auf einer 100 km/h Strecke.
    Sogar die Polizeibeamten – die sich erst zu den genauen Bestimmungen kundig machen mussten – waren irritiert, dass ich mich zwar rechtlich korrekt verhalten habe, aber auch sie sahen die Situation als höchst gefährlich an und hätten mir lieber den Fahrradweg empfohlen.
    Im Übrigen werde ich bei jeder Fahrt unzählige Male angehupt, da nicht verstanden wird, dass es sich rechtlich „nicht“ um ein Fahrrad handelt.

    Dem Argument, Radwege seien nicht für höhere Geschwindigkeit ausgelegt kann ich für den innerstädtischem Bereich voll zustimmen, für Strecken außerorts allerdings nicht. Dafür sollten Ausnahmeregeln entwickelt werden analog dem “Fahrrad frei auf Gehwegen”, ich vertraue darauf, die S- Pedelec Radler auf die Anderen Rücksicht nehmen (zugegeben vllt. abgesehen von einer sehr kleinen Minderheit, die dies nicht tut), und die welche rasen möchten nehmen eh lieber die Straße. Also die einfachste überschaubare Regel wäre “S-pedelecs dürfen AUSSERORTS bei entsprechend angepasster Fahrweise – z.B. bis 30 oder 35 KM/h – die Radwege benutzen” – Haltbare Begründung zur Sondererlaubnis gegenüber rein Motorisierten Zweirädern kann sein, dass die Geschwindigkeit von S-Pedelecs wegen des Tretens weit unterschätzt wird (ehöhte Gefahren beim Überholen), und dass sie weitgehend lautlos sind.

    Ferner ist anzumerken, dass Rennradfahrer, die leicht die Durchgeschnittgeschwindigkeit von S-Pedelecs zwischen 30 und 40 km/h erreichen, ja auch auf Radwegen fahren dürfen. Und ein PKW darf ja auch eine Spielstrasse befahren, wenn er die Geschwindigkeit anpasst. Angesichts der erheblichen Sicherheitsrisiken wäre es sehr zu begrüßen, wenn es außerorts den S-Pedelec-Fahrern erlaubt wäre nach Ermessen (mehr Sicherheit oder höhere Geschwindigkeit) die Radwege zu nutzen (die ja übrigens evtl. auch gelegentlich mit einer Gruppe von unmotorisierten Radlern unterwegs sind). So könnte man auch ohne teure Baumaßnahmen viel zur Sicherheit von gefährdeten Verkehrsteilnehmern beitragen.

    Ich halte es dringend für erforderlich, dass sich die verantwortlichen gesetzgebenden Organe – u.a. zur Förderung des emissionsarmen Radverkehrs – mit der Problematik befassen, wie das hohe Sicherheitsrisiko (für sich und die Anderen), wie von mir zuvor beschrieben, reduziert werden kann.

    Auch hinsichtlich der angestrebten Klimaschutzziele, sollten die Bedingungen für die Nutzung von
    S-Pedelecs verbessert werden, da deren vom gesetzlichen Rahmen abhängigen Attraktivität (vor allem für Pendler von mittellangen Wegen) Autoverkehr vermeiden helfen kann.
    Ich hoffe, dass die gesetzgebenden Organe auf die Problematik aufmerksam werden und Sonderregeln für S-Pedelecs erarbeiten (evtl. nach schweizer Vorbild).

    Auch ich halte es für äußerst unproduktiv Fronten zwischen den Fahrern mit oder ohne E-Unterstützung aufzubauen (Wir sitzen doch im selben Boot). Man sollte nicht die Sicherheit von potentiell sehr vielen, wegen ein paar möglichen Rowdies aufs Spiel setzen … Ich hoffe auf baldige gute Kompromisse.

    • Wir wenden uns im Wesentlichen dagegen, dass sich Kfz mit der 3-fachen Geschwindigkeit eines Rentner-Radfahrers auf Radwegen bewegen bzw. gar rücksichtslos auf gemeinsamen Geh-/Radwegen an Fußgängern vorbeibrettern.

      nicht für höhere Geschwindigkeit ausgelegt
      kann ich für den innerstädtischem Bereich voll zustimmen, für Strecken außerorts allerdings nicht.

      Außenorts – bei wenig Rad/Fußverkehr – mag es egal sein. Wir beobachten aber gerade innerorts eine lustige “Stau-Umfahrung” auf Radwegen. Nein, das ist nicht spaßig.
      Mich erinnert die Argumentation der S-Pedelec-Fahrer/innen an jene Argumente, mit denen manche Radfahrer sich das (Un)recht nehmen, auf Gehwegen herumzubrausen: Fahrbahn sei zu gefährlich / ich fahre rücksichtsvoll / es gibt doch immer ein paar Rowdies. Die Erfahrung der Fußgänger zeigt ein anderes Bild. Deshalb treten wir auch ausdrücklich für eine Trennung von Rad- und Fußverkehr (innerorts!) ein.
      Im Übrigen picken sich die S-Pedelec-Fahrer überall die Rosinen heraus:
      – Vmax wie ein Kleinkraftrad, aber Befreiung von der Kleinkraftrad-Helmpflicht (“geeigneter” Helm = Motorradhelm). Das ist nicht nachvollziehbar. Ein “Fahrrad”-Helm hat den Wert einer Wollmütze und ist kein “geeigneter” Helm.
      – Behandlung wie Radfahrer, wenn’s gefällt, aber wie Kfz, wenn der Radfahrer-Status unangenehm ist (Radwegbenutzungspflicht auf schrottigen Wegen).

      Des weiteren verstehe ich die Aufregung nicht: wer echauffiert sich, dass Krankenfahrstühle mit 12 km/h auf der Fahrbahn fahren müssen? Das klappt gut, aber die S-Pedelecs mit 45 km/h haben Angst? Ich verstehe es nicht.

      Nicht zuletzt: wenn Sie den Radweg entlang der Bundesstraße mit Ihrem S-Pedelec benutzen wird die Polizei wohl kaum ein Bußgeld verordnen. So wie die Polizei oftmals in den Städten das Falschparken toleriert. Aber es kann doch nicht im Umkehrschluss Sinn der Sache sein, alle Radwege für Krafträder freizugeben – konsequenterweise dann auch für Moppeds und Quads. Das wäre dann wirklich eine Verkehrswende im bösesten Sinne.

  4. Marco Reppi on

    Alle Elektroräder, die von U40 gefahren werden sind frisiert?
    Steile These. Auch das Aussehen dickerer Nabenmotoren täuscht.
    Ich selbst habe z.B. mein Pendlerrad vor Jahren versuchsweise mit einem Elfei Bausatz umgerüstet. Das sah dann aus, wie von ihnen beschrieben.
    Ihr benutzen der Einschränkung “fast”, also fast alle sind rechtsbrüchig lasse ich nicht gelten: Wo ist ihre repräsentative Studie, die so eine Aussage rechtfertigt?
    Sie haben doch nur etwas gegen elektrisierte Fahrräder und… was soll ich sagen: Ich schließe mich ihnen an!
    Nur ein Jahr hielt mein 500€ Akku. Ich nahm 3kg zu… pendelte 35km am Tag. Seitdem trete ich wieder selbst und es tut der Gesundheit besser, auch wenn heute nur noch 20km zu pendeln sind.
    Die Bitte: Fair bleiben und keine Gerüchte in die Welt setzen. Fakten statt Ideologie ist nicht im Zeitgeist und mich nerven die Spinner, die ganz “supersportlich” mit teilweise 400 Watt Option zum Feierabendrennen einladen ja auch.
    Problem: Selbst ein Motorradfahrer ist besser geschützt als ein S-P-Fahrer, der auch treten muss und keine Protektoren nutzen kann. Mehrspurige Radschnellwege wären eine Lôsung, besser als ungeschützte den SUV-Irrsinn zum Fraß vorzuwerfen.

  5. Dominik Thormann on

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    das Problem sind nicht S-Pedelecs oder dahingehend frisierte e-Bikes. Das Problem ist wie so oft der Gesetzgeber sowie die schräge Einstellung von Verbänden wie Ihnen! S-Pedelecs sind DAS ideale Gefährt, um auf Pendlerstrecken von locker 30km ein Auto zu ersetzen, wozu ein normales Pedelec nur bedingt geeignet ist und ein klassisches Fahrrad schon gar nicht (zumindest für diejenigen, die nicht Pendeln und ihr Training für den Spitzensport gemeinsam abfrühstücken wollen…). Das Problem: Auf Radwegen sind sie verboten, auf der Straße sind sie nicht willkommen. Ich selber liebäugle zwar mit dem Kauf eines S-Pedelecs, jedoch gibt es für mich damit keinen sicheren Weg zur Arbeit. Außerorts wird alles auf zwei Rädern, was nicht mit Autos mithalten kann, auf den Straßen stark bedrängt. Selbst der durchschnittliche Rollerfahrer lebt auf Landstraßen gefährlich, spätestens wenn der Hintermann die Geduld verliert und trotz Gegenverkehr mit extrem geringem Abstand überholt, wie man es tagtäglich beobachten kann. Es ist lebensgefährlich, ein S-Pedelec außerorts auf die Straße zu zwingen! So wird Ihre Arbeit gegen das S-Pedelec Mitschuld daran sein, dass ich, wie viele andere auch, wohl oder übel auf ein Auto zurückgreifen muss, was mir ehrlich gesagt in der Seele wehtut und gegen meine eigenen Prinzipien verstößt. Jedenfalls mag ich nicht mehr wie bisher für 30km 2 Stunden vor der Arbeit zur S-Bahn müssen und erst 2h nach der Arbeit wieder zuhause sein – Einstellung hin oder her: Das hält man einfach nicht ewig durch. Mit dem Auto schaffe ich es dann an den meisten Tagen immerhin in 2x 30-40min (S-Pedelec: 60-70min, mit Rad-/Wirtschaftswegfreigabe wären es: 50-60min; Pedelec: 2x 70-90min).

    Übrigens: Selbst wenn es erlaubt wäre, würde ich innerorts mit dem S-Pedelec niemals auf Radwegen fahren. Dadurch, dass ich auf Radwegen sowie gemeinsamen Fuß- und Radwegen selbstverständlich Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer nehme, wäre ich mit einem S-Pedelec von fast 30kg schließlich viel langsamer und unflexibler als mit meinem Bio-Mountainbike. Und so lebensmüde, dass ich mit 45km/h innerorts über besagte Wege fahre, bin ich ohnehin nicht (im Falle eines Unfalls ist man genauso ungeschützt wie alle übrigen Radfahrer auch). Da fahre ich lieber langsamer oder fahre je nach Verkehrslage auf der Straße, wo ich dann mit dem Verkehr zügig mitschwimmen kann.

    Noch etwas: Ich bin von Herzen klassicher Mountainbiker ohne e-Antrieb und belächele die Jungs und Mädels, die sich auf den Berg “helfen” lassen, doch diese Kleinkriege zwischen motorisierten und unmotorisierten Fahrrädern sind echt kontraproduktiv. Das Problem ist doch unsere Ausrichtung auf das Automobil und nicht Räder, die 20km/h ohne Unterstützung und 45km/h fahren, wenn man kräftig in die Pedale tritt, was jedes Cityrad bei 5% Gefälle auch schafft, nur hat das meist viel schlechtere Bremsen, Rahmen, Lichtanlagen etc. (dennoch verbannt man Cityräder nicht von Radwegen).

    Mein grundsätzlicher Tipp lautet: Paragraph 1 StvO beachten und alles ist gut.

    Ich hoffe, die anscheinend sehr konservativen Menschen in Verbänden wie Ihrem werden mal etwas locker und offen für neues, sodass man die Verkehrswende schaffen kann.

    Viele Grüße

    Dominik Thormann

    • hallo, aus der individuellen Perspektive des Elektro-Kleinkraftradfahrers mag es opportun sein, die Radfahrer-Infrastruktur nutzen zu wollen. Dann ist man nämlich nicht der Langsame unter den Kfz, sondern der Flitzer gegenüber den Fahrrädern. Aus der Sicht eines **Fahrrad**Verbandes kann man der Argumentation aber nicht folgen. Wenn ich Ihre Argumente konsequent weiterdenke, dann müssten Radwege also für Moppeds + Vespas aller Art aufgemacht werden? Weil die Kraftrad-Führer Angst haben, wird der Druck nach unten weitergereicht, zu den unmotorisierten Radfahrern und Fußgängern. Nein, so geht’s nicht. Nicht ohne Grund ist bei 25 km/h Schluss.

Leave A Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.