Radverbindung Weyhe-Bremen wird saniert

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Die “Weidenstraße” von Weyhe-Leeste nach Arsten wird im April/Mai 2019 saniert. Der landwirtschaftliche Weg durch die Leester Marsch ist eine der Hauptverbindungen für Radfahrer zwischen Bremen und Weyhe und weiter nach Syke.

Künftige Rennstrecke für Güllefässer

Geplant ist u.a. auch der Bau von Ausweichstellen, damit es weniger Stress mit den Führern von landwirtschaftlichen Großmaschinen gibt, die “eingebaute Vorfahrt” zu haben glauben. Es gibt eine Umleitung für Radfahrer über einen der Parallelwege. Dennoch muss wegen des Baustellenverkehrs mit Beeinträchtigungen gerechnet werden. Wir haben wenig Hoffnung, dass die Rücksichtnahme künftig klappt. Im Gegenteil wird sich die Situation verschlimmern: Weil der Weg etwas breiter ist und die Oberfläche besser wird, werden die Lohnunternehmer richtig auf die Tube drücken und ihre 40-Tonnen-Güllefässer ohne Rücksicht auf Verluste über den Weg schaukeln. Wetten?

Privatweg — Freizeitweg

Die “Weidenstraße” steht im zwar im Eigentum des Realverbandes Leeste Nord, ist also eigentlich ein Privatweg. Der Realverband wiederum ist die Gemeinschaft der Landeigentümer und verfolgt einzig und allein den Zweck des gemeinsamen Wegebaues. Dazu müssen die Mitglieder (also die Landeigentümer) Beiträge an den Realverband entrichten. Es gab immer wieder Diskussionen mit Landwirten, die sich Herren der Wege verstanden – was sie natürlich nicht sind, siehe oben, “Realverband”. Um dem Theater ein Ende zu bereiten, handelte die Gemeinde Weyhe – selber Landeigentümer und Mitglied im Realverband – mit dem Realverband folgenden Deal aus: der Weg wird in einen “Freizeitweg”, §§ 37 ff. NWaldLG, umgewidmet. Durch diese Umwidmung wurde die öffentliche Nutzung endgültig rechtlich abgesichert. Lt. NWaldLG steht dem Landeigentümer Realverband) ggf. eine Entschädigung zu. Die Gemeinde hat 2019 einen sechsstelligen Betrag als anteilige Straßensanierungskosten lockergemacht. Das kommt dem Realverband gelegen, denn der Weg war mittlerweile so schlecht, dass die Güllewagen in den Graben zu kippen drohten., um die Straße zu sanieren.

Privatweg aus öffentlichen Mitteln finanziert

Die Sanierung bekommen die Eigentümer des Weges für lau. Der Realverband zahlt mickerige 20.000 Euro. 400.000 Euro kommen aus öffentlichen Kassen. Dabei ist die Verbesserung des Weges für Radfahrer nur ein Nebenprodukt. Im Wesentlichen wird der Weg verbreitert und seitlich befestigt, weil die überbreiten Gülletransporter mittlerweile in die Gräben zu purzeln drohen. Die Pächter behalten also ihr Eigentum am Weg und dürfen weiterhin Pacht einstreichen, ohne für die Pflege ihres Eigentums aufzukommen. Gewinn privatisiert, Kosten sozialisiert.

5 Kommentare

  1. Die Güllewagen sind eher ein temporäres Problem. Meistens kommt man problemlos durch. Viel gefährlicher sind mittlerweile die ganzen Gehweg-Radfahrer in Weyhe. Schreibt doch mal darüber. Egal ob jung oder alt, alle Altersgruppen fahren häufig verkehrswidrig auf den Fußwegen. Rücksichtnahme ist selten. Pendler, E-biker, Rennradfahrer, sogar Rennradgruppen habe ich schon auf dem Gehweg getroffen. Das ist eine viel größere Gefahr wie die gelegentlichen Trecker.

    • Gehweg-Radfahrer in Weyhe.

      Völlig richtig. Es ist eine Unsitte nicht nur in Weyhe, sondern in allen Kommunen des Landkreises, dass viele Leute meinen, sie müssten die Fahrbahn für den Kfz-Verkehr freihalten und mit dem Rad immer auf eiem Hochbord herumgurken, der hier zumeist ein Gehweg ist. Bereits vor Jahren haben wir zweimal eine Aktion mit der Polizei in der Bahnhofstraße in Kirchweyhe gemacht – das illegale Gehweg-Fahren ist dort ganz besonders übel.
      Derzeit setzen wir uns dafür ein, dass die “Gehweg / Radfahrer frei” Zeichen in den Tempo 30-Zonen abgeschraubt werden. Das wird beizeiten tatsächlich umgesetzt.

  2. Ich würde es nicht so negativ sehen wie beschrieben, viel mehr als Verbesserung für Landwirte und Fahrradfahrer.
    Man kann die Landwirte nicht immer verteufeln weil sie nicht mehr mit dem Pferdegspann zu ihren Feldern fahren wie vor 100 Jahren.
    Als täglicher Pendler auf der Strecke kann ich nur von rücksichtsvollen Landwirten berichten die ihrer Arbeit nachgehen!

    • kann ich nur von rücksichtsvollen Landwirten berichten

      Aus vielen Bürgergesprächen, etwa beim Codieren, und auch als täglicher Berufspendler, machen wir durchaus wechselnde Erfahrungen. Und eben auch die nicht seltene Erfahrung, dass insbesondere die Lohnunternehmer mit den größten Maschinen teils rücksichtslos und ungebremst durch die Wege brettern. Das zieht sich bis in die Gemeindestraße Am Weißen Moor hin. — Bessere Erfahrungen haben wir mit den Lkw’s von Lübber gemacht: die sind sich ihrer gefährlichen Fahrzeuge bewusst und fahren entsprechend rücksichtsvoll.

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