“Stadtradeln” : Mehr Teilnehmer, mehr Wettbewerb

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Am 13. Juni ist das “Stadtradeln” in Weyhe zu Ende gegangen. In 2021 haben sich deutlich mehr Teilnehmer als in den Jahren zuvor angemeldet, auch unser Bürgermeister Frank Seidel und etliche Ratsmitglieder und Verwaltungsmitarbeiter teil. Das ist doch schon mal gut.

Beim Stadtradeln geht es eigentlich darum, Autofahrer von den Vorzügen des Radfahrens zu überzeugen. Wer gar nicht überzeugt werden muss, sondern diese Erkenntnisstufe schon erreicht hat, darf trotzdem mitmachen!!!!! Es verhält sich wie mit einem Gottesdienst: der ist ja auch nicht nur für Büßer offen, sondern auch für Rechtschaffene.

Kurzum: das “Stadtradeln” ist eine Werbeveranstaltung für das Radfahren als solches. Es geht nicht darum, nur ein paar Tage im Jahr mit dem Rad zu fahren und dann den Rest des Lebens mit dem Auto durch die Gegend zu knattern. Viel mehr ist es so, dass viele Leute lediglich einen Anlass brauchen, um regelmäßig aufs Rad zu steigen und mehr als nur eine “Sonntag-Nachmittag-Schönwetter-Tour” zu fahren. Gerade in und um Weyhe ist es relativ einfach und entspannt, mit dem Rad sogar zur Arbeit zu fahren. Die einschlägigen Gewerbegebiete in Dreye, Brinkum-Nord und Bremen-Flughafen sind sehr komfortabel mit dem Rad zu erreichen. Autofreie Wege durch die Leester Marsch oder auf dem Weserdeich machen einen Großteil der Strecke aus und bieten Erholung pur. Wo andere Urlaub machen, dort kann man zur Arbeit fahren – was will man mehr?

Alltagsfahren oder Kilometerfressen

In der öffentlichen Wahrnehmung hat sich die Presse auf “Kilometer, Kilometer” konzentriert. Das war schode. Denn es geht ja eigentlich darum, dass man künftig — auch nach dem Stadtradel-Termin — die Vorzüge des Radfahrens im Alltag erkennt. Manchmal schien es aber so zu sein, als ginge es ‘nur’ um einen Sport-Wettbewerb und um das Fahren von den meisten Kilometern. Damit spart man aber keinen einzigen Kilometer im Alltag, wenn man anschließend für eine Tüte Milch mit dem Auto zu Rewe fährt. Aber egal, so isses eben. Immerhin hat das Radfahren einen höheren Stellenwert in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit bekommen. Wir merken das daran, dass Radverkehrsbelange im Rat der Gemeinde Weyhe einen hohen Stellenwert haben (Achtung: an Kreis-/Landes-/Bundesstraßen frickelt die Gemeinde nicht herum, sondern der Landkreis bzw. das Land Nds. oder der Bund).

Zusammenfassend ist Stadtradeln eine nette PR, wird aber wie viele PR-Veranstaltungen von der Öffentlichkeit nicht immer richtig verstanden. Man muss gleichwohl damit leben, dass beim Rezipienten ein bisschen hängen bleibt. Mehr kann man wohl nicht erwarten.

 

 


 

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