Sollten Radtouristen den Landkreis Diepholz meiden? Gleichgültigkeit bei Gefahren

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Letzte Aktualisierung: 06.07.2016

Nachtrag Sept. ’07: Die Wege wurden wieder in guten Zustand versetzt [mehr dazu]

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Nachtrag 20. Sept. ’06: Aufgrund des massiven öffentlichen Druckes – nicht allein des ADFC, sondern auch vieler unorganisierter Radfahrer – hat der Bauhof der Stadt Syke zusammen mit dem Forstamt Ahlhorn eine zusätzliche Schicht feineren Materials aufgefahren und den Weg gewalzt.
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Vom Forst-/Radweg zur Panzerbahn

Etwa im Jahre 2003 wurde mit viel Getöse der anliegenden Kommunen der ‚BahnRadWeg‘ Bremen-Paderborn eingeweiht. Auf dem Gebiet der Stadt Syke verläuft er durch das Waldgebiet ‚Westermark‘. Jahrelang führte ein sehr gut ausgebauter, in sehr gutem Zustand befindlicher forstwirtschaftlicher Weg durch die Westermark hindurch zur Bahnbrücke am Finkenberg.

Im August 2006 hat das Forstamt Ahlhorn den Weg jedoch total ’saniert‘, so dass er jetzt nur noch für 30 Tonnen schwere, 8-achsige Forstindustrie-Maschinen befahrbar ist: der Weg wurde mit Eisenbahn-Schotter geschottert, der selbstverständlich nicht mit dem Fahrrad zu befahren ist.

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Heissa! Hier verlegt nicht etwa die Deutsche Bahn ein Gleisbett, sondern dies ist ein niegelnagelneuer Waldweg — Waidmannslust!!!! Das Gefälle zum Wegesrand beträgt ca. 40 Grad — rekordverdächtig.

 

Unfälle sind bereits passiert

Kaum 2 Wochen nachdem der ADFC den Missstand in der Presse öffentlich gemacht hatte, meldete sich bereits der erste Bürger, der von einem schweren Sturz mit Krankenhausbehandlung berichtete. Wer aber glaubt, dass die beteiligten Behörden spätestens jetzt tätig würden, der irrt:

  • Die ‚fahrradfreundliche‘ Stadt Syke, innerhalb deren Grenzen sich die Westermark befindet, steht auf dem Standpunkt, dass der Wald dem Forstamt Ahlhorn gehört und dieses deshalb auch zuständig sei. Die Wege seien keine öffentlichen Straßen.
  • Das Forstamt Ahlhorn steht auf dem Standpunkt, dass das Waldgelände eben ein Waldgelände sei.

Es geht auch anders

Der Schreiber dieser Zeilen hat kürzlich den Thüringer Wald besucht. Dort scheint es keine Probleme zu bereiten, zum Schotter-Wegebau auf kleinere Korngrößen als Eisenbahnschotter zurückzugreifen, so dass die Wege auch von Fahrrädern zu befahren sind. Wir empfehlen also allen Radtouristen, besser nach Thüringen zu reisen, ebenso wie wir den hiesigen Bautrupps empfehlen, dort Amtshilfe zu erbitten.

 

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