Gefährliche Momente für Radfahrer –– Diepholz und Sulingen

0

Der ADFC Ortsverband Diepholz und die Polizeiinspektion Diepholz haben das Verkehrsunfallgeschehen mit Radfahrern in den Städten Diepholz und Sulingen unter die Lupe genommen. Wie dem Pressebericht des „Sonntagstipp“ vom 16.04.2017 zu entnehmen ist, beruhen viele Radfahrer-Unfälle in Diepholz und Sulingen nicht zuletzt auf dem Benutzung „linker“ Geh- und/oder Radwege. Und zwar ohne dass die Radfahrer die gebotene Obacht walten lassen, denn das Linksfahren ist anerkanntermaßen hochgefährlich und deshalb im Allgemeinen nicht zulässig. Wer als Radfahrer dennoch freiwillig „links“ fährt, sollte sich des Risikos bewusst sein und die Augen aufmachen. Oder lieber auf der Fahrbahn – oder auf dem rechten Radweg – fahren. Der Gesundheit zuliebe. Laut einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) sind ältere Menschen beim Linksfahren übrigens ganz besonders gefährdet, in einen Unfall verwickelt zu werden.

Sonntagstipp, 16.04.2017

Gefährliche Momente für Radfahrer

> Wolfgang Rehling appelliert an mehr Vorsicht im Verkehr

DIEPHOLZ / SULINGEN

sonntagstipp-diepholz-16-04-2017

Sonntagstipp 16-04-2017

(cck) > 280 Verkehrsunfälle mit Fahrradfahrern gab es im Jahr 2016 im gesamten Landkreis – 60 mehr als im Jahr zuvor. Laut des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) liegt die erhöhte Anzahl an Unfällen zum Teil an unachtsamen Verhalten der Verkehrsteilnehmer, aber auch an der schlechten Infrastruktur für Radfahrer. Der ADFC appelliert an mehr Vorsicht im Verkehr und fordert eine bessere Beschaffenheit des Radwegenetzes.

Michael Labott von der ADFC- Ortsgruppe Diepholz weist daraufhin, dass viele Unfälle durch unachtsames Verhalten im Straßenverkehr passieren würden. Vor allem beim Abbiegen und Passieren von Grundstückseinfahrten käme es regelmäßig zu Kollisionen. Auch der Verkehrssicherheitsberater der Polizei Diepholz, Wolfgang Rehling, weiß um diese Problematik: „Drei Viertel der Unfälle auf Geh- und Radwegen passieren an Nebenanlagen, davon wiederum drei Viertel auf der linken Seite.“ Das Problem liege darin, dass die ausfahrenden Pkw-Fahrer nur den Blick in die Richtung wenden, von der aus eine Gefahr auf sie zukommen könnte. So würde es auch beim Abbiegen an Kreuzungen regelmäßig zu Unfällen kommen. Rehling betont, dass Radfahrer am sichersten direkt auf der Straße aufgehoben seien, nämlich „dort, wo sie auch von allen anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden.“

Der ADFC spricht sich für eine Ausweitung der Radwegenetzes, darunter auch dem Bau von Radschnellwegen, aus. „Den meisten Straßen fehlt es aber schlichtweg an einer geeigneten Breite, um sie mit Radwegen nachzurüsten“, so Rehling. Bei Neubauten sei es relativ einfach, diesem Wunsch durch eine rechtzeitige Einbindung in der Planungsphase nachzukommen; bei bereits vorhandenen, schmalen Straßen gestalte sich der Ausbau aber oftmals schwierig. Rehling nennt hier als Beispiel die Lange Straße in Sulingen und das Bremer Eck in Diepholz. Den Bau eines Radschnellweg- Systems sieht er im Landkreis Diepholz als weniger sinnvoll an. „In Ballungsräumen sind Radschnellwege aber gewiss eine Bereicherung“, betont er. Laut Labott sei auch eine bessere Ausschilderung der Straße und auch der bereits vorhandenen Radwege nötig. Gerade Radfahrer, die sich nicht auskennen, seien auf eine gut kenntliche Ausschilderung angewiesen. Dazu äußert sich Rehling wie folgt: „Dieses Phänomen haben wir gerade bei dem Kreisel kurz vor dem Hallenbad in Diepholz. Hier gibt es die außerordentliche Regelung, dass die Radfahrer links herum fahren sollen.“ – was gerade in den Abendstunden häufig zu Unfällen führe. Die Pkw- und auch Radfahrer wären zum Teil nicht achtsam genug, würden die Ausschilderung übersehen oder sogar bewusst ignorieren. Als weiteres Beispiel nennt Rehling den Kreisverkehr vor dem Kaufhaus Ranck in Sulingen. Hier würden viele beim Ausfahren abkürzen und Radfahrer übersehen.

Positiv spricht sich der Verkehrssicherheitsberater der Polizei für die geforderte Genehmigung des Radverkehrs in der Diepholzer Fußgängerzone aus: Seitens des ADFC ist eine Öffnung der Fußgängerzone ab 20 Uhr gewünscht. „Das finde ich gut“, bestätigt Rehling. „Schließlich stören die Radfahrer niemanden in dem Zeitraum, wenn die Geschäfte geschlossen haben.

Bei einem sind sich sowohl Labott als auch Rehling einig: Damit die Anzahl an Unfällen minimiert werden kann, müssen sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten. Wichtig sei weiterhin ein umsichter Umgang miteinander – sowohl bei Fußgängen, Pkw- und Radfahrern.

Share.

Leave A Reply